Den Umgang mit Wein leicht gemacht

Diese Rubrik richtet sich an den gepflegten Weintrinker.

  • Welche Dinge muss ich beim Wein beachten?
  • Wie gehe ich richtig mit Wein um?
  • Was geht gar nicht bei Wein?

Mit diesen Informationen sind Sie auf der sicheren Seite und umschiffen die korkigen Stellen der Weinwelt.

Wie wichtig sind Weinbewertungen?

 

Um eines klar zu stellen:

Falls es mir glückt, alle Weintrinker von meinem Geschmack zu überzeugen und dann noch Geld dafür zu bekommen - ich bin dabei!

Hut ab vor Weinkritikern und allen voran Robert Parker jr. Er hat die Weinwelt teilweise fest im Griff und seine Punkte sind wichtig für den Weinverkauf. Eine schlechte Bewertung oder keine Bewertung sind für renommierte Kellereien ein Unglück und können sogar zur Pleite führen.

Und was sagt mir diese Bewertung? Der Geschmack von Herrn Parker ist das Vorbild für viele Kellereien, wie Sie Ihren Wein machen sollen. Auf der Welt sind Berater unterwegs, die den Kellereien zeigen, wie der Wein zu schmecken hat. Nur so bekommt er die hohen Bewertungen von Robert Parker und der Verkaufserfolg ist gesichert.

Den gleichen Weingeschmack wie Robert Parker? Dann ist diese Art von Bewertung gut. Ich finde meine Weine einfacher und kann mich an den Punkten orientieren. Das Gute für mich ist, ich brauche nur die Bewertung zu lesen, damit ich weiß wie der Wein ist. Da spare ich mir häufig die Verkostung.

Was ist das Schlechte an diesen Bewertungen? Die Weine weltweit werden uniform. Wenn jeder den Geschmack von einem Weinkritiker treffen will, dann wird es langweilig. Außerdem wird hochwertiger Wein mit hoher Bewertung gleichgestellt. Das ist nicht zutreffend. Richtiger Geruch, stimmige Farbe und der passende Geschmack und schon sind die 90 Punkte sicher.

Leider geht dabei meine persönliche Einschätzung verloren. Selbst entscheiden was ich bevorzuge und aus der Vielfalt der Weinwelt wählen. Meine Neugier wird beschnitten und ich schätze einen Wein nach seinen möglichen Punkten ein. Wo bleibt da die Neugier und die Individualität? Also das aller Wichtigste für mich ist mein persönlicher Geschmack. Und dann will ich wissen, wieso der Winzer den Wein so gemacht hat. Seine Ideen, seine Leidenschaft und seine Weinberge. Alles das ist für mich nicht in Punkte fassbar. Das ist viel zu eindimensional und wird dem Wein nicht gerecht.

Wenn jemandem die Weinbewertungen zur Weinauswahl reichen, dann geht das in Ordnung. Mir ist das viel zu wenig. Ich möchte Wein erleben und mir ein eigenes Bild machen.

Deshalb meine Empfehlung: neugierig bleiben und das wichtigste ist der eigene Geschmack!

Das richtige Glas zum Sekt

 

Es gibt immer einen Grund zum Feiern. Und was darf da nicht fehlen? Genau, der Schaumwein. Egal ob Champagner, Cremant, Sekt oder Cava, um den größten Genuss zu erzielen brauchen Sie das richtige Glas.

Ein Sektkelch sieht nobel aus und das Perlen ist intensiv. Genau hier liegt der erste Grund. Dieses Perlen geht extrem schnell und nach wenigen Augenblicken habe ich einen Stillwein. Das gilt auch für den Geruch. Die Kelchöffnung ist so groß, dass maximal Menschen mit einer enormen Nase den Geruch genießen können. Alle anderen riechen nur einen geringen Teil der Aromen im Schaumwein (oder je nach Dauer Stillwein).

Das richtige Sektglas hat einen langen Kelch, damit man die Perlen aufsteigen sieht und genießen kann. Außerdem gibt es eine breitere Stelle untem am Kelch und am Ende ist die Öffnung enger. Damit können an der Oberfläche beim Schaumwein die Aromen starten und sich am Ausgang beim Glas schön an der engen Stelle konzentrieren. Dann reicht auch eine kleinere Nase, damit wir das Aroma voll genießen können.

Weinglas korrekt halten

 

In Restaurants und amerikanischen Filmen wird die Haltung gepflegt:

Hand an das Glas und fachsimpeln oder wenigstens weinwissend dreinschauen.


Mal ganz ehrlich. Wenn ich jemanden sehe, der die Hand am Weinkelch hat, ist eines klar: leider keine Ahnung von Wein!

Wieso kann ich das so behaupten? Es gibt zwei Gründe für das korrekte Halten des Glases am Stil.

1. Ein ästhetischer Grund: schon mal eine Pizza mit der Hand gegessen und ein Glas Wein dazu genossen? Nach dem Event ist das Glas eher Sondermüll.

2. Der Hauptgrund: Wein schmeckt am besten bei optimaler Trinktemperatur. Bei Rotwein ist das auf jeden Fall unter 18 °C bei Weißwein unter 12 °C. Die Raumtemperatur ist im Regelfall über 20 °C, d.h. der Wein wird schon dadurch wärmer. Wenn ich jetzt noch die Hand ans Glas nehme, dann steigt die Temperatur noch schneller und stärker. Was dann mit dem Wein passiert wird beim Seminar Sensorik erzählt.
Wenn Sie permanent kalte Hände haben (bei Weißwein unter 12 °C und bei Rotwein unter 18 °C) können Sie auch weiter das Glas am Kelch halten. Aber denken Sie an die Pizza.